Das
Mühlendorf SCHWABSOIEN
hatte wieder zum
Deutschen Mühlentag
am Pfingstmontag, 31. Mai 2004 eingeladen
Deutsche Mühlentage werden seit 1994 jährlich am Pfingstmontag durchgeführt. Mit diesem Tag der offenen Tür soll den Besuchern ein Einblick in das Innere von historischen Mühlen gewährt und gezeigt werden.
Mühlen haben in den vergangenen Jahrhunderten das Leben der Menschen in einem heute kaum mehr vorstellbaren Maße bestimmt. Lange vor Beginn der industriellen Revolution waren ihr Bau und ihre Nutzung technische Meisterleistungen.
Im Mühlendorf Schwabsoien fand man auch im Jahr 2004 einmalige Besonderheiten.
Zu besichtigen war die funktionsfähige Pröbstlmahlmühle.
1922 hatten Georg Pröbstl und Ehefrau Theres neben der Sägmühle eine Mahlmühle errichtet. Nachdem für den Mahlvorgang anstatt der üblichen Mahlsteine künstlich hergestellte Walzen verwendet wurden, spricht man hier von einer Kunstmühle. Die Mahlmühle existiert heute noch und ist in Betrieb, das Sägewerk wurde 1992 nach Schwabbruck verlagert.
Zum zweitenmal fand ein OLTIMER-BULLDOG-Treffen auf dem Pröbstlgelände statt. Gleichzeitig wurden auch alte Arbeitsgeräte ausgestellt . Die Besitzer der Oldtimer zeigten und erklärten gerne die Besonderheiten ihrer Maschinen. Die Oldtimer-Fahrer waren besonders von dem naßkalten Wetter betroffen, ein herzliches Dankeschön dafür, dass doch so viele gekommen sind.
Im Dorfladen Guffler konnte man Hunger und Durst stillen.
Anita bot Grillfleisch, Grillwürstl, verschiedene Getränke und Eis an, bevor Sie beim Schmiedjörgeler das Triebwerk besichtigen konnten.
Diese ursprüngliche Hammerschmiede wurde beim Dorfbrand zerstört.
Die größte Fallhöhe der Schönach wird heute noch genützt und es wird Strom erzeugt. Der Besitzer Siegfried Lohwasser zeigte und erklärte gerne das Triebwerk.
Auf der Wiese beim Elder konnte es sein, dass Ihre Kinder nicht mehr so gerne weitergehen wollten.
Der Grund: Anke Firlefanz und ihr Team sorgten ab 12 Uhr für Unterhaltung, nicht nur beim Nachwuchs.
So fand wieder ein Entenwettschwimmen auf der Schönach statt, im Sternenzelt wurden die Gesichter fantasievoll bemalt, Tontöpfchen wurden gestaltet, beim Dosenwerfen warteten auf die Sieger schöne Preise, die von der Raiffeisenbank und von der Sparkasse zur Verfügung gestellt werden. Dafür herzlichen Dank!
Auch ein kurzer Platzregen konnte das FIRLEFANZ-Team und die Kinder nicht vertreiben - im Sternen- und im Phantasiezelt war es trocken und es herrschte beste Stimmung bei allen!
Beim Pumpenhaus wurde von Werner Stich eine Kolbenpumpe aus dem Jahre 1909 erklärt. Diese Pumpe war bis 1948 in Betrieb und ist auch heute noch voll funktionsfähig.
Alte Trinkwasserrohre aus Holz waren ebenso ausgestellt wie das Werkzeug zur Herstellung derselben. Manch einer versuchte sich an der Kunst der Rohrherstellung und versuchte den Bohrer ins Holz ein Stückchen voranzutreiben.
Beim Rundgang zu den Schönachquellen, die bei der Sachsenrieder Steige aus dem Berg sprudelt, zeigten die Führer das Wasserschloss und die 7 Quellen, die die Schönach bilden. Der Sachsenrieder Forst ist ein großer Wasserspeicher. Die Niederschläge haben eine Verweilzeit von ca. 8 Wochen im Boden, um dann als bestes Trinkwasser herauszusprudeln.
Im sogenannten "Ursprung", dem Quellgebiet der Schönach war auch ein Kohlenmeiler aufgebaut. Die Köhlerei war in früheren Jahrhunderten ein bedeutender Wirtschaftszweig. Während zuerst das Holz in Erdgruben unter weitgehendem Luftabschluss verkohlt wurde, war zur Blütezeit im 18. Jahrhundert bis in die Neuzeit die Meilerköhlerei üblich.
Die Ausweitung der Eisenerzeugung hatte einen sprunghaften Anstieg des Bedarfs an Holzkohle zur Folge.
Nun hörten die Besucher schon das Hammerwerk eines einzigartigen Kulturdenkmales.
Ab 11 Uhr setzte Peter Götz, Eigentümer des Hammerschmiedemuseums den ersten Schwanzhammer in Betrieb. Die drei riesigen Schwanzhämmer sind eines der eindruckvollsten und größten Hammerwerke überhaupt (sechs Zentner schwer ist allein der Eisenbeschlag des größten Hammers).
Das Schleifwerk wurde ebenfalls vorgeführt wie andere über Riemen und Wellen angetriebene Maschinen und Drehbänke. Feuer brannte in der Esse und hat die Besucher, egal ob klein oder groß, ebenso beeindruckt und an eine Technik erinnern, die früher allen Menschen vertraut war, heute aber schon fast in Vergessenheit geraten ist.
Ein Höhepunkt 2004 war ohne Zweifel das Kutschenmuseum, das erstmals am Pfingstmontag, 31. Mai 2004 seine Tore öffnete.
Eigentümer Johann Hartmann hat über 30 historische Kutschen und Schlitten zusammengetragen und liebevoll restauriert.
Wer auf die Führung ein paar Minuten warten mußte, ließ sich von der Blaskapelle Schwabsoien unterhalten, die auch für das leibliche Wohl sorgte.