
Sehr geehrte Sachsenriederinnen,
sehr geehrte Sachsenrieder,
liebe Festgäste,
unser Ortsteil Sachsenried feiert im Jahr 2009 den 950. Geburtstag.
Zu unserer Geburtstagsfeier darf ich Sie alle recht herzlich begrüßen.
Im Jahre 1059 wird Sachsenried zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In diesen 950 Jahren entwickelte sich die Ortschaft zu einem kleinen "Schmuckkästchen" mit eigener Kultur und einem regen Vereinsleben.
Fast ein Jahrtausend - eine sehr lange Zeit, in der sich der Mensch und vor allem die Technik zunächst langsam aber stetig und in den letzten 100 Jahren rasant entwickelt haben.
Eine Vielzahl der Epochen waren geprägt durch Kriege und Seuchen, die dem Menschen viel Leid zugefügt haben. Denken wir hier nur an den Bauernkrieg (1525), den 30jährigen Krieg (1618 - 1648), den 1. und 2. Weltkrieg und denken wir auch an Hungersnöte und an Krankheiten wie z. B. die Pest (1628), die den Menschen damals in Elend und Schrecken versetzt haben.
Diese Zeiten waren sicherlich schwer zu meistern. Unsere Vorfahren schafften es immer wieder durch einen unbändigen Willen und einer Kraft, die sich auf den Glauben an Gott stützte, um sich neu zu orientieren und wieder etwas aufzubauen.
Wilhelm Syller - Chronist des Amtsbezirkes Schongau beschreibt die Sachsenrieder als ruhig und friedliebend, arbeitsam und mäßig in ihren Genüssen, wohlhabend und gegen jedermann freundlich - aber auch ehrgeizig und selbstsüchtig.
Ferner führt der Chronist weiter aus, dass die damalige Verwaltung der Ortschaft sehr zu wünschen übrig gelassen habe und diese von privaten und verwandtschaftlichen Interessen beeinflusst worden sei. Aus diesem Grund habe die Gemeinde einer fortwährenden Nebenrechnung durch die Staatsaufsichtsbehörde unterlegen.
Dieser Bericht dürfte nicht dafür ausschlaggebend gewesen sein, dass genau 100 Jahre später die Gebietsreform durchgeführt wurde und dadurch Sachsenried die gemeindliche Eigenständigkeit verloren hat.
Diese Zwangsehe wurde am 1. Mai 1978 vollzogen. Die Braut Sachsenried hatte die Wahl zwischen Ingenried und Schwabsoien. Wie es bei Zwangsehen üblich ist, wägte man die wirtschaftlichen Gesichtspunkte ab. Nachdem die Ortschaft ihr Wasser aus Schwabsoien bezog und auch dem Schulverband Schwabbruck-Schwabsoien angehörte, entschied sich die Braut für den Bräutigam Schwabsoien.
Aus dieser Zwangsehe wurde - so glaube ich - eine Interessengemeinschaft und somit eine Vernunftehe.
Sicherlich war es damals nicht einfach, diese gemeindliche Eigenständigkeit herzugeben. Sachsenried hat jedoch in diesen nun fast 31 Jahren seine Dorfstruktur erhalten und auch die Eigenständigkeit des Dorfes bewahrt. Durch die zahlreichen gut geführten Vereine sowohl in Sachsenried als auch in Schwabsoien prägen wir das Profil unserer beiden Ortsteile.
Ich bin davon überzeugt, dass wir uns auf dem besten Weg befinden, eine harmonische und vertrauensvolle Ehe zu führen und auch diesen Zusammenschluss in Eintracht leben können.
Nun wünsche ich Ihnen, liebe Festgäste, schöne Festtage und freue mich schon auf das anstehende Programm.
Mein Dank gilt den örtlichen Vereinen, die dieses Wochenende (7. und 9. August 2009) organisiert haben.
Ihr
