Moderner Melkstand und große Traktoren

 

Tag des offenen Hofes bei Lautenbacher-Ranz lockt tausende Besucher

 

Schwabsoien - Bonbonsuche im Stroh, Ponyreiten für die Kinder, zur Stärkung gibt es frisches Bauernhofeis. Die Buben haben riesigen Spaß beim Tretbulldogfahren, die Papas interessieren sich mehr für die ganz großen Schlepper. Beim Tag des offenen Hofes in Schwabsoien war ein vielfältiges Programm geboten. Und das kam hervorragend an. Ein paar tausend Besucher schauten sich um, als die Familie Lautenbacher-Ranz am Montag Stalltüre und Tore öffnete.

 

"Wir wollen uns dem Verbraucher präsentieren", sagt der aus Haunshofen stammende Leonhard Lautenbacher zu den Beweggründen, die ihn dazu animierten, den Betrieb einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Zusammen mit seiner Frau Waltraud, eine geborene Ranz und echte Schwabsoierin, hat Lautenbacher vier Kinder. Er freut sich über die vielen Besucher: "Ich hätte nie gedacht, das unser Hoftag so gut ankommt." Der "Ring junger Landwirte" und die "Landfrauen Schongauer Land" organisierten den Hoftag in Schwabsoien.

Familie Lautenbacher bewirtschaftet zusammen mit dem Vater der Betriebsleiterin die 90 Hektar Fläche; zwei Drittel davon sind Grünland. In dem vor drei Jahren erbauten Kaltstall sind derzeit 50 Milchkühe, 150 Färsen und 20 Kälber untergestellt, die das ganze Jahr unter Dach bleiben. Der moderne Betrieb ist unter anderem mit einem Melkstand ausgerüstet, an dem zwölf Kühe auf einmal gemolken werden können.

Drei Melkvorführungen waren über den Tag verteilt, auch beim Kälberfüttern durften die Besucher zusehen, von denen die kleinsten besonders angetan waren. Ebenso von den schwarzweißen Kaninchen im Miniaturdorf, den Sauen, die mit Freude den Boden umgruben, Ziegen und Schafe, die auf dem Aushubhaufen die Aussicht genossen. Die Mädchen waren begeistert vom Kinderschminken, die kleien Burschen interessierten sich eher fürs Tretbulldogfahren oder wie der Papa gleich für die ganz großen Schlepper, die einige Landmaschinenhändler ausstellten. Dazu gab es auch noch den neuesten Ladewagen.

 

   Ponyreiten

 

Mit den Ponys über die Wiesen reiten: für die größeren Kinder ein riesiger Spaß. Zur Stärkung gab es frisches Bauernhofeis, das rasenden Absatz fand. Die Land- und Hauswirtschaftsschule Weilheim kreierte extra einen Schulfleckerl-Fladen zum Probieren, ein Hefegebäck mit viel frischen Kräutern und Sauerrahm. Mit viel Verbraucherinformation waren Dorfhelferinnen, Kräuterpädagogen, Jungzüchterclub Weilheim und die Waldbauernvereinigung zur Stelle. Es gab Kräuterlimonade zum Probieren, Bärlauchbutter und verschiedenste Kräuter vom Wald, Feld und dem Garten, die im Volksmund als Unkraut bezeichnet werden, die aber durchaus schmackhaft und gesund sind. Beim Strohsackweitwurf maßen sich die g'standenen Mannsbilder, Weiten bis zu elf Meter waren dabei keine Seltenheit.

Mit jeder Eintrittskarte war die Teilnahme an einem Quiz verbunden. Der Eintritt ging an den "Ring junger Landwirte", der damit Auslagen und das Quiz finanzierte. Bei dem Quiz galt es, auf den zahlreichen Schautafeln in und um die Gebäude die Lösungen zu suchen. Für die Gewinner gab es unter anderem Einkaufsgutscheine für den Peitinger Bauernmarkt, der auch in Schwabsoien mit einem Stand vertreten war, wo unter anderm Rohmilchkäse und frisches Bauernbrot angeboten wurde.

 

   300 Kuchen

 

Zur Kaffeeezeit am Nachmittag lud ein riesiges Kuchenbuffet ins Festzelt ein. An die 300 Kuchen waren von fleißigen Dorfbewohnern, dem "Ring junger Landwirte" und den Landfrauen gebacken worden. Für die Unterhaltung war den ganzen Tag gesorgt, Vom Frühschoppen mit der Gruppe Krajovjanka, der Musikkapelle Sachsenried bis hin zum abendlichen Musikantenwettstreit. Bis tief in die Nacht wurde musiziert, um die gelungenen Festtage ausklingen zu lassen. Auch Petrus hatte ab Samstagabend ein Einsehen mit der Auerberggemeinde und bescherte zwei wunderschöne Tage mit weißblauem Himmel.

 


 

 

Von Sonja Buchholz

 

Schongauer Nachrichten

vom 3. Mai 2006