Mühlentag 2022

Das Mühlendorf Schwabsoien lädt am Pfingstmontag, 6. Juni 2022 wieder zum 29. Deutschen Mühlentag in die Auerberglandgemeinde ein.

Historische Mühlen vermitteln einen Eindruck vom Erfindungsreichtum der Mühlenbauer, vom schweren Beruf des Müllers und der Schmiede und von der Lebensweise vergangener Generationen.

Das Mühlendorf Schwabsoien ist geprägt von dem kostbarsten Gut, das die Natur den Menschen, Tieren und Pflanzen zum Überleben gegeben hat: dem Wasser.

Für das Dorf und die Landschaft übernimmt der Bach, die Schönach, eine sehr wichtige Rolle.

Der Deutsche Mühlentag bietet eine hervorragende Möglichkeit, sich über die historischen Gebäude im Mühlendorf Schwabsoien und deren wirtschaftliche Bedeutung in den vergangenen Jahrhunderten zu informieren.

Ein interessantes Rahmenangebot steht für die ganze Familie auf dem Tagesprogramm. Geöffnet ist die funktionsfähige  Pröbstl-Mahlmühle  mit Mühlenladen.

Den Begriff "Kunstmühle" legten sich etwa um die Jahrhundertwende Mühlen zu, welche von der Steinmüllerei zur Vermahlung auf Walzenstühlen übergingen und schon mehr oder weniger einen automatischen Betrieb mit Elevatoren führten.

Korn dreschen steht bei geeigneter Witterung auf dem Programm

Ein Herford Motor, Typ DNS mit 1 Zylinder, 75 Ps bei 300 U/Min, Baujahr 1950 wird von Familie Pröbstl gerne  erklärt. (Video) Die  Bulldog-Oldtimer  treffen sich wie jedes Jahr auf dem Mühlengelände. 

 

Kunsthandwerker*innen aus dem Mühlendorf stellen am Mühlenweg aus.

 

Auf dem weiteren Mühlenweg  ist ein   Triebwerk  zur Stromerzeugung  zu besichtigen (Eigentümer Wolfgang Köhler). Die Wasserkraftnutzung ist seit Jahrhunderten bewährt und hat die Menschen ohne wesentliche ökologische Schäden mit Energie versorgt.

 

Besuchen Sie das  Quellgebiet der Schönach  mit dem Kohlenmeiler oder das  Pumpenhaubei der ehemaligen Weißhammerschmiede.  Das Triebwerk ist mit einem Zuppinger-Wasserrad ausgestattet. Der Durchmesser des Rades beträgt 2,60 m (Gefälle 1,15 m). Das Pumpwerk besteht aus einer Kolbenpumpe für eine Fördermenge von 60 l/Minute. Das Triebwerk war bis 1948 in Betrieb und versorgte die Gemeinde Sachsenried mit  Wasser,  das bei den Schönachquellen gewonnen wurde.  Die Förderhöhe betrug 105m, die Leitung hatte eine Länge von 3.700m.  1909 kaufte Sachsenried (bis dahin Selbstversorger) einen Teil des Wasserrechts der ehemaligen Waffenschmiede. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde das Gebäude saniert.

 

Die ehemalige  Weißhammerschmiede  (bereits 1658 erwähnt und beim Dorfbrand 1823 verschont) wurde bis 1918 betrieben. Anfangs der 60er Jahre wurde das Gebäude abgebrochen. An dieser Stelle wurde von Werner Stich  1994 ein Neubau mit einem unterschlächtigem Wasserrad zur Stromgewinnung errichtet (kommt nur bei geringen Fallhöhen zum Einsatz).

 

Beim Pumpenhaus führt Georg "Schorsch"  Bayr aus Sachsenried seinen Deichelbohrer vor. In vorindustrieller Zeit wurden in wald- und wasserreichen Gegenden wie Schwabsoien die Wasserleitungsrohre durch zentrales Durchbohren eines Baumstammes hergestellt, den sogenannten Deicheln (der Begriff wird auf das lateinische Wort ductile zurückgeführt). Die Herstellung einer solchen  Holzröhre verlangte von den Handwerkern großes Geschick, weshalb der Deichelbohrer ein angesehener Beruf war. Das Bohren mußte immmer nach einigen Umdrehungen unterbrochen werden, um die sich dahinter stauenden Späne herausziehen zu können - dann wurde der Bohrer neu angesetzt.  Hier können Sie nun Ihre Kräfte messen. Bei guter Witterung stellt Schorsch Bayr wieder seine Drechselarbeiten aus.

 

Das  Hammerschmiedemuseum  ist ab 11 Uhr (bis 18 Uhr) am Pfngstmontag für Sie geöffnet. Eigentümer Peter Götz und die Mühlentagsführer heißen Sie im  einzigartigen Museum  herzlich willkommen.

2022 finden wieder Schmiedevorführungen statt (Paul Hermann und Bauer Andi). Das Schmieden am Amboss ist für viele eine Tätigkeit aus alter Zeit. Die Schmiede demonstrieren ihre Handwerkskunst  und beweisen, dass das Schmieden auch heute noch einen hohen Stellenwert haben kann. Die im Jahr 1415 erstmals erwähnte Schmiede gehörte ursprünglich dem Kloster St. Mang in Füssen. Es handelte sich nach früheren Maßstäben um einen großen Betrieb, in dem Eisen verhüttet und verarbeitet wurde. Im Jahr 1986 begann die Restaurierung durch Privatinitiative, seit 1998 Hammerschmiedemuseum. Das Hammrwerk, das originalgetreu wieder aufgebaut wurde, besteht aus drei schweren "Schwanzhämmern". Sie wurden früher über eine große Welle vom Wasserrad angetrieben. Ein altes Schleifwerk ist funktionstüchtig und wird gerne vorgeführt

Peter Götz hat in jahrelanger Arbeit die Geschichte der Hammerschmiede zusammengefaßt. Das Buch - die Jubiläumsschrift "600 Jahre Hammerschmiede -  1415 bis 2015" können Sie  am Infostand/Kasse in der Ortsmitte  erwerben. Das Buch ist auch im Stadtmuseum in Schongau erhältlich.

Somit ist die Schwabsoier Hammerschmiede wohl die älteste urkundlich erwähnte  Schmiede in Deutschland.

 

Im   Kutschenmuseum  gibt es auf einer Fläche von über 300 qm historische Kutschen und Schlitten zu sehen. Ausgestellt sind auch alte Gerätschaften und Fahrtrensen.  Eigentümer Johann "Johnny" Hartmann hat wieder viele Überraschungen für Sie auf Lager.

Im Jahr 2022 sind u.a. neu im Museum: eine Tantalus- oder Reisebar aus dem 19. Jahrhundert, ein Picknickset aus England von 1860 und ein Reiseecessaire von 1850. Auch bei den Kutschen gibt es wieder viel Neues zu bestaunen.

 

 

Der Förderverein Kindergärten & Schule Schwabbruck/Schwabsoien e. V. bietet in Zusammenarbeit mit der Jugendgruppe der Johanniter  ein umfangreiches Rahmenprogramm für Kinder an (bitte beachten, das Kinderprogramm ist keine  Kinderbetreuung, Eltern haften für ihre Kinder).

Anke "Firlefanz" und ihr Team öffnen die Kreativ-Werkstatt im ehemaligen Gasthof Post (Ortsmitte) mit einem interessanten Programm für Kinder und Erwachsene  (gegen eine kleine Gebühr). Frische Waffeln werden angeboten, zum Künstlerinnenmarkt wird eingeladen.

 

Kirchenführungen in der  St. Stephanskirche  finden um 11 Uhr, um 13 Uhr und um 15 Uhr statt.

Die heutige Pfarrkirche ist bereits die dritte Kirche in Schwabsoien. Während über die erste Pfarrkirche nichts Näheres bekannt ist, weiß man von der zweiten Kirche, dass sie um das Jahr 1600 erbaut wurde. Dieses Gotteshaus ist dem Dorfbrand am 06.09.1823 zum Opfer gefallen. Obwohl die Bewohner von Schwabsoien ihre Wohnungen, Anwesen und Betriebe wieder aufbauen mussten, haben sie bereits im Jahre 1824 mit dem Neubau einer Pfarrkirche begonnen. Die heutige Ausstattung erhielt die Pfarrkirche St. Stephan bei der Restaurierung in den Jahren 1906 und 1907 unter Pfarrer Johann Link.

Unsere Mesnerin, Miriam Seelos freut sich auf viele interessierte Besucher.

Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.

Verpflegungsstationen mit vielen regionalen und frischen Schmankerl finden Sie bei der Pröbstlmühle,  bei der ehemaligen Wohlhaupter-Schmiede, beim Dorfladen Guffler,  bei der ehemaligen Kellermühle am Mühlenweg, beim Kutschenmuseum, bei den Schwabsoier Landfrauen (Ortsmitte) und beim Hammerschmiedemuseum.

Führungen auf dem Mühlenweg finden halbstündlich von 10 Uhr bis 14 Uhr statt. Treffpunkt ist vor dem Rathaus bei der Kasse/Infostand.

Unkostenbeitrag:

IHR Eintritt  zum Mühlenfest ins Mühlendorf Schwabsoien für Erwachsene  2.- €,

(incl. begleitete Führung auf dem Mühlenweg), Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre, Behinderte und Inhaber einer Ehrenamtskarte sind frei.

Den  Mühlentagsaufkleber  (Ihre Eintrittskarte)

erhalten Sie beim Infostand/Kasse in der Ortsmitte (Rathaus), oder beim Kutschenmuseum.

Die Führungen finden bei  jeder Witterung  statt, festes Schuhwerk ist empfehlenswert. Bitte tragen Sie zu Ihrer und unserer Sicherheit beim Besuch von Hammerschmiedemuseum und Kutschenmuseum Maskan.

Am Infostand begrüßen und  betreuen Sie kompetente und freundliche Damen (und Herren) aus Schwabsoien und Sachsenried (Gerda, Silke, Ulrike, Doris, Hildegard, Annelies, Birgit und Rudi). Hier erhalten Sie auch die neue Ausgabe der Ortsgeschichte zu 120 Jahre  Obst- und Gartenbauverein.

Auf dem Mühlenweg begleiten Sie unsere erfahrenen Führer*innen  (Alfons, Wolfgang R.,  Resi, Monika, Georg, Bernhard, Andreas, Wolfgang Sch. und Thomas)

In den Museen werden Sie zusätzlich von den Eigentümern umfassend informiert.

Schwabsoien  ist von 9 Uhr bis 17 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt, bitte parken Sie am Ortseingang auf den ausgewiesenen Parkflächen.

Toiletten für unsere Besucher sind im Gemeindehaus in der Ortsmitte (Infostand), bei der  Pröbstlmahlmühle, beim  Kutschenmuseum und bei der Hammerschmiede.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen unserer Mühlentagsführer*innen oder an die Damen (und Herren) vom Infostand.

Einige der Vereinsaktivitäten sind witterungsabhängig, aber das Mühlendorf hat schönes Mühlentagswetter bestellt!

Das Mühlendorf Schwabsoien freut sich auf viele interessierte Besucher!

Pfingstmontag, 6. Juni 2022

Führungen auf dem Mühlenweg finden halbstündlich von 10 Uhr bis 14 Uhr statt. Treffpunkt ist vor dem Rathaus bei der Kasse/Infostand.

(Hammerschmiede ab 11 Uhr geöffnet). Die aktuellen Corona-Regeln werden beachtet (zu Ihrer und unserer Sicherheit bitte im Hammerschmiedemuseum und Kutschenmuseum sind Masken zu tragen).

Kirchenführungen um 11 Uhr, 13 und 15 Uhr.

Unkostenbeitrag, IHR  Eintritt ins

Mühlendorf, zum Mühlenfest in Schwabsoien für Erwachsene  2.- €,

Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre, Behinderte und Inhaber einer Ehrenamtskarte sind frei.

Den Mühlentagsaufkleber

(Ihre Eintrittskarte)

erhalten Sie beim Infostand/Kasse in der Ortsmitte (Rathaus) oder beim Kutschenmuseum.

Festes Schuhwerk ist angebracht. Einige Vereinsaktivitäten vom Rahmenprogramm sind witterungsabhängig, aber das Mühlendorf hat bestes Mühlentagswetter bestellt.

Schwabsoien ist am Mühlentag für den  Durchgangsverkehr von 9 bis 17 Uhr gesperrt.

Bitte parken Sie auf den ausgewiesenen Parkplätzen (Ortseingänge).

600 Jahre Hammerschmiede

Anno 1415 hatt Abbtt Yban unser aigne Eysenschmitten zu Soyen verlassen, doch allein uff Leibgeding, dem Hansen Lytter cum omnibus pertinentiis. Sol uns jarlich doraus zinsen und geben 4 Centner eysen Kauffmanns Guott. Und wan die Schmitten verbrun oder dergleichen Zustand bekemme, sols uns unschedlich sein. Item man schmide oder kente schmiden oder nit. Item die Schmidt  stehe oder nit, sol uns ermellte Gült der 4 Centner Eysen ein Weg als den andern geben werden. Sol auch Drittepfennig Guot sein. Sol nichtss verkaufft werden ohn unser Vorwissen und Bewilligung. Nach seinem und seiner Weib und Künd Absterben sol unns solche Schmitte sampt dem Schmidzeug für frei aigen widerumben haimfallen.

Es ist demnach anzunehmen, dass die Schmiede im Jahr 1415 oder kurz davor vom Kloster Füssen erworben worden war. Also handelt es sich bei diesem Jahr um die erste genaue urkundliche Datierung der Schmiede.