Zollhaus

Die Zollstätte wurde während der Zeit errichtet, als Herzog Albrecht III. in Bayern regierte. Ihre Entstehung fällt demnach in die Zeit zwischen 1438 und 1460.  Die Zolleinnahmen standen der Stadt Schongau zu. Ausgelöst wurde der Bau der Zollstätte durch Auseinandersetzungen der Stadt Schongau mit Augsburger Handelsherren. Die Augsburger Kaufleute mussten nach einem Entschluß Herzogs Wilhelm vom 31. Oktober 1419 ihre Waren auf dem Weg nach Italien in der Stadt Schongau zwischenlagern und dafür ein Entgeld bezahlen. Zudem hatte die weitere Spedition der Waren ausschließlich durch Schongauer Rottfuhrleuten zu erfolgen.                                                                      

Die herzoglichen Privilegien der Stadt Schongau versuchten die Augsburger Handelsherren nach wiederholten Streitigkeiten dadurch zu umgehen, dass sie ihre Fuhren über Schwabsoien nach Füssen und Reute umleiteten.

Auf Beschwerde der Stadt Schongau hin hat Herzog Albrecht III. angeordnet, dass in Schwabsoien eine Zollstätte zu errichten ist und der dort erhobene Zoll nach Schongau gehören und dort ausschließlich verwendet werden soll.

Die Zollstätte hat mit kurfürstlicher Entscheidung vom 11. Juni 1784 ihre Bedeutung eingebüßt. Unter Kurfürst Karl Theodor wurden die Privilegien der Stadt Schongau aufgehoben. Das Zollhaus ist dem Dorfbrand am 6. Dezember 1823 zum Opfer gefallen. An seiner Stelle wurde im Jahre 1824 ein Neubau errichtet, der sich durch seine Bauweise von seiner Umgebung abhebt.

Von Anfang 1997 bis Ende 1998 wurde das Zollhaus von Sabine und Karl Erhard zu einer Wirtschaft umgebaut.

Im Zollhaus standen nun den Gästen Räumlichkeiten für 20,40 oder 80 Personen zur Verfügung, der Wirt sorgte für eine gute, bürgerliche Küche.

Ende Januar 2021 kam das Ende des Gasthauses, Corona und das Alter des Wirtes waren für diesen Schritt ausschlaggebend.